Externe Evaluation in der Kita: Neue Impulse durch Erasmus+ und europäischen Fachaustausch

Wie lässt sich die Qualität in Kitas kontinuierlich weiterentwickeln? Welche Ansätze verfolgen Einrichtungen in anderen europäischen Ländern? Und welche Impulse aus der internationalen Praxis können die externe Evaluation in Kitas bereichern?

Mit diesen Fragen werden wir uns bei about kids künftig noch intensiver beschäftigen. Wir freuen uns sehr, Mitglied eines Erasmus+ Konsortiums zu sein, das von der Gesellschaft für Europabildung organisiert wird. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, an Fortbildungen und Hospitationen in Kitas und anderen Einrichtungen der frühkindlichen Bildung im europäischen Ausland teilzunehmen.

Für uns ist das weit mehr als ein Blick über den Tellerrand: Wir möchten den europäischen Fachaustausch gezielt nutzen, um unser Verfahren der externen Evaluation von Kitas und unsere weiteren Angebote zur Qualitätsentwicklung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Kita-Qualität aus europäischer Perspektive betrachten

Pädagogische Qualität entwickelt sich nicht im luftleeren Raum. Vorstellungen davon, was eine gute Kita ausmacht, werden von wissenschaftlichen Erkenntnissen, gesellschaftlichen Entwicklungen, bildungspolitischen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt von der pädagogischen Praxis geprägt.

Gerade deshalb ist der internationale Austausch für uns besonders interessant. Im Rahmen von Erasmus+ können wir künftig pädagogische Einrichtungen im europäischen Ausland kennenlernen, an Fortbildungen teilnehmen und mit Fachkräften vor Ort in den Austausch treten.

Dabei interessieren uns unter anderem Fragen wie: Wie wird pädagogische Qualität in anderen Ländern verstanden? Wie werden Kinder an der Gestaltung ihres Kita-Alltags beteiligt? Welche Rolle spielen Beobachtung und Dokumentation? Wie werden pädagogische Fachkräfte bei der Qualitätsentwicklung unterstützt? Und welche Methoden und Konzepte können neue Perspektiven für die externe Evaluation einer Kita eröffnen?

Der Vergleich unterschiedlicher Ansätze ermöglicht es, die eigene Praxis neu zu betrachten. Nicht mit dem Ziel, Konzepte aus anderen Ländern einfach zu übernehmen, sondern um Unterschiede wahrzunehmen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und neue fachliche Fragen zu entwickeln.

Erasmus+ als Impuls für die externe Evaluation von Kitas

Die externe Evaluation in der Kita verstehen wir bei about kids nicht als reine Überprüfung. Evaluation soll vielmehr dabei helfen, vorhandene Stärken sichtbar zu machen, Entwicklungsbereiche zu erkennen und gemeinsam mit den pädagogischen Teams konkrete Impulse für die weitere Qualitätsentwicklung zu erarbeiten.

Genau an diesem Punkt kann der europäische Austausch einen wichtigen Beitrag leisten.

Durch Hospitationen und Fortbildungen im Ausland lernen wir unterschiedliche pädagogische Konzepte, Methoden und Rahmenbedingungen unmittelbar in der Praxis kennen. Wir können beobachten, welche Lösungen Einrichtungen für bestimmte Herausforderungen entwickelt haben, und diese Erfahrungen mit den Qualitätsansprüchen und Bedingungen deutscher Kitas in Beziehung setzen.

Diese Erkenntnisse wollen wir systematisch in unsere eigene fachliche Arbeit einfließen lassen. Insbesondere möchten wir prüfen, welche internationalen Perspektiven und Praxisimpulse unser Verfahren zur externen Evaluation von Kitas sinnvoll ergänzen können.

Fachlicher Austausch als Bestandteil von Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung bedeutet für uns auch, das eigene Verfahren immer wieder kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Wer andere Einrichtungen bei ihrer Entwicklung begleitet, sollte deshalb auch – so unsere Auffassung – die eigene fachliche Perspektive regelmäßig erweitern.

Der Austausch mit Fachkräften aus anderen europäischen Ländern bietet hierfür besondere Möglichkeiten. Denn manche Aspekte, die innerhalb eines Bildungssystems selbstverständlich erscheinen, werden erst im Vergleich mit anderen Ansätzen sichtbar und damit auch diskutierbar.

Das betrifft beispielsweise die Gestaltung von Bildungsprozessen, die Beteiligung von Kindern, die Zusammenarbeit mit Familien, die Rolle pädagogischer Fachkräfte oder die Frage, wie Qualität beobachtet, beschrieben und weiterentwickelt wird.

Solche Erfahrungen können neue Fragen für eine externe Kita-Evaluation hervorbringen und zugleich helfen, bestehende Evaluationsinstrumente und Qualitätskriterien aus einer zusätzlichen Perspektive zu betrachten.

Von Europa zurück in die Kita-Praxis

Unser Ziel ist deshalb klar: Die Erasmus+-Fortbildungen sollen keine isolierten Bildungsreisen bleiben. Die gewonnenen Erfahrungen und fachlichen Eindrücke möchten wir für unsere tägliche Arbeit nutzbar machen.

Erkenntnisse aus Hospitationen, Gesprächen und Fortbildungen werden wir innerhalb unseres Teams reflektieren und daraufhin betrachten, welche Bedeutung sie für unsere Evaluationspraxis haben. Auf diese Weise können internationale Erfahrungen mittelbar auch den Kitas zugutekommen, die wir im Rahmen einer externen Evaluation begleiten.

Dabei bleibt unser Grundverständnis unverändert: Gute Evaluation berücksichtigt die konkrete Situation einer Einrichtung. Es geht nicht darum, ein vermeintlich ideales Modell vorzugeben, sondern gemeinsam mit Kita-Teams vorhandene Ressourcen und Stärken sichtbar zu machen und realistische Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen.

Internationale Beispiele können hierfür zusätzliche Denkanstöße liefern.

Gemeinsam Qualität in Kitas weiterentwickeln

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit im Erasmus+ Konsortium und auf die kommenden Fortbildungen und Hospitationen in europäischen Kitas und Bildungseinrichtungen.

Für about kids eröffnet sich damit eine weitere Möglichkeit, wissenschaftliche Perspektiven, praktische Erfahrungen und fachlichen Austausch miteinander zu verbinden. Gleichzeitig möchten wir die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um unsere Angebote zur Qualitätsentwicklung und externen Evaluation in Kitas kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Denn gute Kita-Qualität entsteht nicht durch Stillstand. Sie entsteht durch Beobachtung, Reflexion, Austausch und die Bereitschaft, immer wieder neue Perspektiven einzunehmen.

Und manchmal lohnt es sich dafür, über die eigenen Landesgrenzen hinauszuschauen.

Externe Evaluation

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