Wie Berlin das Berliner Bildungsprogramm für Kindertagesstätten einführte

163.500 Kinder besuchen in Berlin eine Kita. Es gibt eine Vielzahl von Kitas und Anbietern. Neben etwa 400 Trägern mit mehr als einer Kita sind etwa 800 nur für eine einzige Kita in Berlin zuständig. Man könnte meinen, dass die Vorstellungen von guter Qualität in den Kitas sehr unterschiedlich sind. Warum das nicht der Fall ist, lässt sich anhand der Vergangenheit erklären, die letztendlich zur Einführung des Berliner Bildungsprogramms führte.

Auftrag zur Steigerung der Kita-Qualität durch Jugend- und Kultusministerkonferenz

Vor fast 20 Jahren begann der Weg zu einem gemeinsamen Rahmen für die Qualitätsentwicklung. Der Auftrag der Jugend- und Kultusministerkonferenz lautete, einen Bildungsplan für Kindertagesstätten zu entwickeln. Ein gemeinsamer Bildungsplan für alle Länder war wegen der Bildungshoheit der Länder nicht gewollt, aber die Bildungspläne haben dennoch Gemeinsamkeiten, die im Vorfeld festgelegt wurden: Sie sollen einen Rahmen für die ganzheitliche frühkindliche Bildung setzen und sich auf die Gestaltung der pädagogischen Arbeit und Qualität konzentrieren. Die Verbindlichkeit und Verknüpfung mit Gesetzen ist je nach Bundesland unterschiedlich.

Berlin schnell mit Berliner Bildungsprogramm

Berlin war eines der ersten Bundesländer, das einen Bildungsplan hatte. Der Bezug zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten ist deutlich, denn fast jedes Kapitel enthält konkrete Qualitätsanforderungen und -kriterien. Neben dem Berliner Bildungsprogramm (BBP) war Dr. Christa Preissing auch an der Entwicklung der Bildungspläne in Hamburg und im Saarland beteiligt.

Das Berliner Bildungsprogramm mit Leben erfüllen

Wie kann es sein, dass ein Bildungsplan nicht nur ein Buch im Regal ist, sondern mit Leben gefüllt wird und den Rahmen für die Entwicklung bildet? Nach der Veröffentlichung des BBP wurde eine Vereinbarung zwischen der Senatsverwaltung und den Berliner Trägerverbänden getroffen. Das Prinzip der Pluralität, der Trägerautonomie und der Konzeptionsvielfalt blieben gewahrt, obwohl das BBP seither der Rahmen für alle Kitas ist. Ziel war und ist es nicht, die frühkindliche Bildung zu standardisieren, sondern die pädagogische Arbeit eigenverantwortlich zu entwickeln und die Qualität prozessorientiert zu gestalten. Der Dialog zwischen allen Beteiligten, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung, Qualitätsentwicklung als vernetztes System, Ressourcenorientierung und Anerkennung von Vielfalt sind einige der Grundprinzipien der Qualitätsentwicklung in Berlin. Die Ziele und konkreten Maßnahmen, die im Rahmen der Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertageseinrichtungen (QVTAG) vereinbart wurden, sind umfangreich und stellen sowohl an die Senatsverwaltung als auch an die Träger Anforderungen, um die Qualitätsentwicklung auf der Grundlage des BBP sicherzustellen.

Interne und externe Evaluation verabredet

Zu den Maßnahmen gehören eine regelmäßige interne Evaluation, eine externe Evaluation alle fünf Jahre, eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzepts und eine systematische Weiterbildungsplanung. Die Arbeitsgruppe QVTAG überprüft seither die Vereinbarung auf ihre Aktualität und berät bei der Umsetzung der Inhalte. Berlin hat eine Modellfunktion für die  Bundesländer, in denen die Bildungspläne anders als in Berlin noch nicht rechtsverbindlich sind.

Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung

Seit 2008 unterstützt das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) die Arbeit mit dem QVTAG, indem es die Qualitätsentwicklungsprozesse in den Kitas wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Im Mittelpunkt der Evaluation steht die Entwicklung der Konzeption. Die professionelle Kommunikation zwischen den Akteuren wird durch das BeKi unterstützt. Die internen und externen Evaluationen orientieren sich an den Qualitätsanforderungen und Kriterien des BBP. Die für die interne Evaluation entwickelte ‘Werkzeugkiste’ und das ‘BBP’ werden für die Schulung der Multiplikatoren genutzt.

 

Externe Evaluation

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